Faktencheck Goltzplatz

Zwischenzeitlich hat die Stadt Peine die am anderen Ende der Sportanlage gelegene Tennishalle erworben. In dieser Halle stehen ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung, so dass dort ohne Probleme die Einrichtungen für den Schulsport und die PSG untergebracht werden können.
Mit diesen Plänen ist die PSG nicht einverstanden, weil sie sich nicht die „Sahnestücke“, die schönsten Räume in der PTC-Halle aussuchen durfte. Die für die PSG vorgesehenen Räume sind aber völlig in Ordnung. Bei einer Sitzung des Sportbeirates der Stadt Peine im Oktober haben Vertreter anderer Sportvereine geäußert, dass sie sich solche Räume für ihre Vereine wünschen würden.

Der Umzug der PSG in die neuen Räume war für Ende 2012 vorgesehen und der Vorsitzende der PSG Geyersbach hat Vereinbarungen mit der Stadt Peine unterschrieben, die die Details des Umzugs regeln. Anscheinend hat er es sich dann aber plötzlich wieder anders überlegt. Auf jeden Fall hat er im Sommer 2012 eine Pressekampagne gestartet, die die Pläne der Stadt und die Umsetzung des Bebauungsplans grundsätzlich in Frage stellte. Diese Pressekampagne hat die aktuell andauernde Debatte ausgelöst.

Was gibt es dort noch für andere Interessen?

Nachbarschaft: Das angrenzende Wohngebiet kann durchaus zu den „besseren“ Wohngebieten in der Stadt Peine gezählt werden. Dort wohnen nur Leute mit Geld, das sieht man den Häusern und den überdurchschnittlich großen Grundstücken sofort an. Die neuen Baugrundstücke sind allerdings mit heute gängigen durchschnittlichen Größen geplant. Trotz des wahrscheinlich nicht ganz niedrigen Quadratmeterpreises werden hier also wahrscheinlich relativ normale Menschen bauen. Der elitäre Charakter des Wohnviertels – und das ist eine Befürchtung der Anlieger – könnte dadurch leiden. Außerdem werden die neuen Nachbarn natürlich auch Autos besitzen, so dass es wie bei jeder neuen Bebauung etwas mehr Verkehr in dem Bereich geben wird.
Übrigens: In diesem Bereich bewohnt auch Dr. Hans Oelke ein Haus…

Amphibienschutz: Das kleine Baugebiet liegt zwischen Wohnbebauung und Sportanlage, aber auch zwischen Naturschutzgebiet Fuhseniederung/Barumer Moor und dem Peiner Stadtwald „Herzberg“. Im gesamten Bereich gibt es große Amphibienpopulationen, vor allem Erdkröten. Die Tiere vermehren sich in Gewässern im Naturschutzgebiet, ihr Landlebensraum liegt zu einem großen Teil im Herzberg, aber auch in den großen Gärten des Wohngebiets. Zur Absicherung der Wanderbewegungen im Frühjahr werden „Krötenzäune“ am Rand des Herzbergs, aber auch an einigen Gärten errichtet. Im Bereich der neuen Bebauung wurde vor ein paar Jahren ein „Krötentunnel“ gebaut. Leider funktioniert der Tunnel nicht, er wird von den Tieren nicht angenommen. Deshalb müssen die Zäune weiterhin mit Fangeimern ausgestattet und von ehrenamtlichen Helfern betreut werden.
Die zur Bebauung vorgesehene Fläche ist eine intensiv gepflegte Rasenfläche. Sie ist kein Lebensraum für die Amphibien, die Tiere wandern aber über diese Fläche. Da die Krötenpopulation im Umfeld auch in Gartenbereichen ansässig ist, können die Tiere natürlich auch durch neue Gärten wandern. Die Stadt Peine hat die Krötenwanderung in ihrem B-Plan berücksichtigt, indem festgesetzt wurde, dass neue Zäune 15 cm Abstand von der Erdoberfläche halten müssen. Die Naturschutzbehörde des Landkreises hat diesen Regelungen zugestimmt.
Größere Tiere wechseln übrigens nicht systematisch über den Grasstreifen. Sie nutzen die weiter westlich liegende stillgelegte Bahnstrecke.

Hundesportverein: Im Bereich des Goltzplatzes ist ein Hundesportverein ansässig. Der Vorstand befürchtet Konflikte mit der zukünftigen neuen Nachbarschaft wegen Lärmbelästigung durch die Hunde. Die Stadt Peine hat hier im Bebauungsplan Vorkehrungen durch einen Lärmschutzwall getroffen.

Was ist jetzt aktuell politisch passiert?

Das Ratsmitglied Klußmann (früher CDU jetzt GUB, auch in dem Bereich der Stadt Peine wohnhaft) hat im Herbst 2012 Anträge im Rat gestellt. Er forderte die Aufhebung des Bebauungsplans und eine Schenkung des maroden Gebäudes an die PSG. Diese hatte bereits mitgeteilt, dass sie dann erwartet, dass das Gebäude mit öffentlichen Zuschüssen saniert wird. Selbst ist sie dazu nicht in der Lage.
Diese Anträge waren so weit jenseits jeder Realität, dass die grüne Ratsfraktion gemeinsam mit der SPD abgelehnt hat, sich mit diesen Anträgen überhaupt ernsthaft zu befassen.
Es bleibt somit einfach bei der seit 2005 rechtmäßigen Planungssituation.

Neue Beschlüsse wurden aktuell nicht gefasst, alle für das Baugebiet erforderlichen politischen Entscheidungen bestehen seit 2005. Außer der anderen Unterbringung von Schulsport und PSG gibt es keine Veränderungen und keine neuen Erkenntnisse.

Die grüne Ratsfraktion hat deshalb keinen Anlass gesehen, das „Fass neu aufzumachen“.

 

Gez. Elke Kentner                     18.01.2013
Fraktionsvorsitzende
Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Peine

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